Teil 1 – Echte, wertvolle Geschenke für unsere Kinder!

Teil 1 – Echte, wertvolle Geschenke für unsere Kinder!

Geschenke für unsere Kinder

Liebe ist eine innere Haltung und Einstellung, die Kindern Entwicklung ermöglicht. „Wer nicht spürt, was Kinder wirklich brauchen, kann es Ihnen auch nicht schenken“

Traditionelle oder kommerzielle Weihnacht? Es sind nur noch wenige Wochen und diese werden, wie jedes Jahr, mit jeder Menge Stress gespickt sein. Ich möchte Sie heute dazu einladen, dieses wundervolle Fest einmal von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten. Und zwar aus dem Blickwinkel grundlegender Bedürfnisse. Bedürfnisse die wir nicht nur wegen unserer Kinder pflegen sollten, sondern auch für uns selbst.

Kinder kommen mit zwei Grundbedürfnissen auf die Welt. Sie sind zugleich Grunderfahrungen und fest im Gehirn verankert; Verbundenheit und Autonomie.

Bereits im Mutterleib erfährt das Kind engste Verbundenheit und die Erfahrung durch die Sicherheit der Verbundenheit immer wieder neu über sich hinauswachsen zu können. (vgl. Hüther/Nitsch 2008, S. 19).

Mit diesen Vorerfahrungen entsteht die Grundlage von Vertrauen, Offenheit und Lernfähigkeit. Das Kind macht sich also auf den Weg die Welt zu entdecken. Jedes Kind versucht seine Beziehungen so zu gestalten, um diese beiden Grundbedürfnisse zu stillen. Es hat alles was es braucht und sich wünscht. Wenn wir Kindern ein Beziehungsangebot machen und sie in ihrer Autonomiefähigkeit unterstützen, dann lernt ein Kind sich selbst zu vertrauen. Wer nicht spürt, was Kinder brauchen, kann es Ihnen auch nicht schenken.

Beobachten wir einmal, wie wir Kindern Geschenke überreichen. Häufig in Begleitung dieser Sätze “Das schenke ich Dir, weil…” wir wollen mit unserem Geschenk ein bestimmtes Verhalten positiv bestärken oder verändern. Oder wir sagen etwas wie “Das schenk ich dir, damit du Dieses oder Jenes noch besser lernen kannst”. Es werden also bestimmte Erwartungen an das Geschenk geknüpft. Kinder durchschauen diese Manipulation sehr schnell. Erwachsene sind sich häufig gar nicht darüber bewusst, dass sie das Kind damit zu einem Objekt machen. Aber dazu mehr im zweiten Teil.

Kinder beherrschen die Sprache der Augen perfekt. Sie können viele Gefühle und innerliche Befindlichkeiten zum Ausdruck bringen. Es ist immer authentisch und ehrlich. Wenn wir einem Kind etwas schenken, was es nicht haben wollte, verrät es seine wahren Gedanken und Empfindungen sehr schnell.

Schenken wir statt der geliebten Eisenbahn eine Uhr, wird die Enttäuschung sofort in Gestik und Mimik zu erkennen sein. Der Blick eines Kindes sagt mehr als tausend Worte!

Ist ein Geschenk falsch wenn ein Kind das Geschenk nicht haben wollte?

Wer hat es darauf gebracht sich genau dieses Geschnek zu wünschen? Direkt nach der Geburt gab es diesen Wunsch sicherlich nicht. Also hat es durch Eltern, Geschwister, Verwandte, andere Kinder oder durch Werbung erfahren, dass es diese Eisenbahn gibt. Weder die Uhr noch die Eisenbahn haben aber etwas mit seine Grundbedürfnissen zu tun.

Uns gibt dieses Aufschluss darüber, warum wir Kindern etwas schenken und oft Bedingungen daran knüpfen. Viele Erwachsene versuchen ein eigenes Bedürfnis zu stillen, welches sie nicht anders zum Ausdruck bringen können. Wer einem Kind etwas schenkt, um besonders beliebt, gemocht oder geliebt zu werden, verfolgt eine bestimmte Absicht. Die erwachsene Person erwartet etwas. Das Kind wird benutzt um das eigene ungestillte Bedürfnis zu befriedigen. Häufig ist es die Sehnsucht nach Liebe, die im Kind gesucht wird.

Lesen Sie im zweiten Teil:

Geschenke und das Glückshormon

Liebevolle Begleitung und der sichere Hafen

Traditionelle oder kommerzielle Weihnacht? Natürlich beides. Aber nun mit einer hoffentlich für Sie ebenso erleichternden Erkenntnis, dass sich der größte Stress um vermeindlich perfekte Geschenke für so ein schönes und besinnliches Fest nicht lohnt. Genießen Sie die Vorweihnachtszeit mit Ihren Lieben. Schenken Sie etwas, von dem Sie zu jederzeit mehr als genug haben. Zeit & Liebe

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne eine wundervolle Vorweihnachtszeit

Literatur:

Hüther, Gerald/Nitsch, Cornelia (2008): Wie aus Kindern glückliche Erwachsene werden. Gräfe und Unzer Verlag, GmbH: München.

Hüther, Gerald/ André Stern (2019): Was schenken wir unseren Kindern? Penguin Verlag.

Scholz, Detlef (2016): Familie – entspannter Umgang mit digitalen Medien. Carl Auer Lebenslust GmbH, Heidelberg

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