Die Schlafentwicklung des Kindes einfühlsam begleiten

Die Schlafentwicklung des Kindes einfühlsam begleiten

Einschlafhilfe für Kinder

Das Thema Schlaf ist schon seit jeher ein sehr großes Thema. 

Es ist auch ein Bereich für uns Menschen, den wir wirklich aufmerksam, achtsam und bestmöglich beobachten und optimieren sollten, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen:

→  Einen gesunden, erholsamen, wohltuenden und energiegeladenen Schlaf!

Und gerade bei unseren Kindern sollten wir ganz besonders achtsam auf ihren Schlaf achten, um diesen optimal zu fördern, auf einfühlsame und eingehende Art und Weise. 

Eltern und Erwachsenen sollten einen roten Faden mit Möglichkeiten, Ratschlägen und Tipps an die Hand bekommen, wie sie ihren Kleinen bestmöglich beim Einschlafen helfen können. Jedoch ist jedes Kind besonders und einzigartig, daher ist es wichtig, dass die Eltern auch individuell darauf eingehen. 

→ Schläft das Kind gut und gibt es eine tolle Einschlafroutine, so schlafen auch die Eltern friedlich und erholt.

Ein gesunder und erholsamer Schlaf hat sehr positive Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus, er wirkt sich positiv auf Körper und Geist aus. 

Und gerade bei unseren Kindern sollte man so früh wie möglich beginnen, einen erholsamen Schlaf zu fördern und ihnen wohltuende Einschlafhilfen ermöglichen, um sie bestmöglich bei ihrer physischen und psychischen Regeneration der Erlebnisse des vergangenen Tages zu unterstützen.

Gerade weil Kinder in den ersten Lebensjahren sehr viel Schlaf benötigen und dieser so wichtig ist für ihre gesamte Entwicklung, möchte ich zu diesem Thema gerne mein Wissen teilen. 

Die Schlafentwicklung des Kindes einfühlsam begleiten

Das Schlafbedürfnis von unseren Kindern im ersten Lebensjahr ist deshalb so hoch, da für sie alles neu ist. Es gibt soviel zu tun, zu sehen und zu entdecken, alle Sinneswahrnehmungen werden angesprochen und für die ganz Kleinen unter uns ist das eine große Herausforderung. Die gesamten Reize müssen Stück für Stück verarbeitet werden und das braucht Zeit, gerade bei den ganz Kleinen. Die Aufnahmefähigkeit ist noch nicht so ausgeprägt, wie bei uns Erwachsenen und das macht ganz schön müde. Alle Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse müssen verarbeitet und gelerntes im Gehirn abgespeichert werden.

Der Schlaf hat für die Entwicklung unserer Kinder in allen Bereichen eine sehr große Bedeutung. Wenn es zu Schlafentzug kommt, kann dies zu Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Unwohlsein und ein anderes Erleben im Wachzustand bedeuten. Der Wachzustand ist verzerrt, die Kinder sind müde, energielos, antriebslos und weinen wegen jeder Kleinigkeit, da die Konzentration und Auffassungsgabe schwindet und einfach alles nicht mehr richtig zuordnen und verarbeiten können.

Ausreichender Schlaf, insbesondere Tiefschlaf ist für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder sehr bedeutsam. Mehr als jedes zweite Kind zeigt zeitweise Schlafprobleme. Viele dieser Schlafprobleme sind jedoch entwicklungsbedingt begründet und verschwinden von alleine. Doch haben wir Erwachsenen, wir Eltern es auch in der Hand von Anfang an dies bestmöglich zu begünstigen und einen erholsamen Schlaf zu fördern. 

Wie bereits anfänglich erwähnt: Wenn sich das Kind wohlfühlt und entspannt ist, sind es auch die Eltern. 

Zahlen, Daten & Fakten zum Schlafbedürfnis von Kleinkindern

Schauen wir uns folgenden Fakt an:

Durchschnittlicher Schlafbedarf von Kindern im Alter von 0 – 6 Jahren unterscheidet sich sehr stark im Sinne der Schlafdauer über Tag und Nacht. Der Schlafbedarf bei Zweijährigen liegt bei 10 bis 15 Stunden und bei Dreijährigen zwischen 9 und 14 Stunden.

Aus diesem Grund sollte es keine allgemein verordnete Bettzeit geben, weder im Elternhaus noch in der Kinderbetreuung.

„Grundsätzlich sollten die Fachkräfte den Ruhe- und Schlafbedarf der Kinder im Blick haben und sich an den Müdigkeitssignalen der Kinder orientieren; diese müssen gelesen und beantwortet werden.“ (Gutknecht  2017:32)

Es ist gut, einen roten Faden zu befolgen und Tipps und Ratschläge anzunehmen, die man sich aus vielen Zeitschriften, Büchern, Podcast etc. aneignen kann. Doch sollten wir unsere Kinder ganz individuell betrachten und auf die ganz individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen eingehen. Schließlich sind wir alle einzigartig und unsere Kinder können nicht mit jedem anderen Kind verglichen werden. Verpauschalisierung bringt an dieser Stelle sehr wenig. Ein starres ‘sich an Regeln halten’, ein sich denken, ‘dass wird aber doch so gesagt’, bringt sehr wahrscheinlich mehr Unruhe und Unwohlsein, als den gewünschten Effekt.

Natürlich erfordert eine einfühlsame Einschlafhilfe bei unseren Kindern besondere Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und vor allem Zeit. Doch wird es das am Ende wert sein, davon bin ich überzeugt. Für beide Seiten!

Wir Eltern, wir Erwachsenen spielen eine sehr große Rolle beim Einschlafen der Kinder und generell für einen gesunden und erholsamen Schlaf. Im Elternhaus wie auch in den Kinderbetreuungen sollte man sich mehr darauf fokussieren empathischer auf die Kinder zuzugehen, Mutmacher, Trostspender zu sein und auf das Schlafverhalten einfühlsam einzugehen.

Also versuchen wir Erwachsene, wir Eltern doch wieder mehr auf die Zeichen unserer Kinder zu achten und diese zu hinterfragen. Wieder mehr auf unser Gefühl und Intuition zu lauschen, als dem sturen Verstand blind zu folgen.

Erkennen wir also die Anzeichen früh genug und versuchen bestmöglich darauf einzugehen. 

Die Anzeichen von Müdigkeit sind von Kind zu Kind ganz unterschiedlich:

  • Das eine Kind wird ganz ruhig und sucht die Nähe und das andere wird auf einmal ganz wild, weint und quengel
    • Gähnen und Augen reiben können auch Anzeichen sein
    • Andere Kinder bewegen sich bei Müdigkeit noch mehr
    • Gerade etwas ältere Kinder versuchen alles Mögliche, um nicht ins Bett zu gehen, obwohl man genau merkt, dass sie müde sind

Außerhalb des Elternhauses passen Kinder ab 1,5 Jahre ihren Schlafbedarf gewöhnlich dem Rhythmus der Einrichtung/Kindergarten an. Das Schlafengehen in kleinen Gruppen kann den Bedürfnissen der Kinder besser gerecht werden. Zwei unterschiedliche Schlafzeiten greift die altersunterschiedlichen Rhythmen der Kinder auf. (Gutknecht  2017:34)

  • Man kann zum Beispiel darauf achten, wenn es eine Einrichtung mit verschiedenen Altersgruppen ist, Kinder mit ungefähr gleichem Alter in eine Schlafgruppe zu integrieren.
  • Auch könne man versuchen, ob es Unterschiede macht, gerade, wenn die Kinder schon etwas älter sind, die Gruppe nach Geschlecht aufzuteilen. Hier wiederum kann man es auch wieder umgekehrt versuchen, ob es mehr hilft, eine gemischte Einschlafgruppe zu kreieren, sodass sich Energien ergänzen können.

All dies sind nur Vermutungen und Annahmen, kleine Experimente die man versuchen kann, um für sich selbst die bestmögliche Variante auszuwählen, was im Elternhaus oder in der Einrichtung am besten funktioniert.

Man sieht, es gibt kein Richtig oder Falsch. Das eine Kind braucht das, der andere wiederum etwas anderes.

Von starren Schlafprogrammen und Einschlafhilfen ist auch abzuraten

Von starren Schlafprogrammen, mit starren Einschlafhilfen wird auch eher abgeraten, da hierbei die Bedürfnisse des Kindes nicht im Fokus stehen, sondern die der Eltern bzw. Erwachsenen. Sie fokussieren sich zu stark auf ihre Vorgehensweise und vernachlässigen die Wünsche und Sorgen der Kinder. Ebenso prägen sich unsere Kinder das starre Schlafprogramm ein, egal ob es im Elternhaus oder in Kindereinrichtungen ist. Auch, wenn es liebevoll gestaltet ist, merkt man dann irgendwann schnell, dass unsere Kinder ohne genau dieses Schlafprogramm mit ganz bestimmten Einschlafhilfen gar nicht mehr einschlafen können. 

Ob sich ein kollektives Einschlafritual im Schlafraum bewährt, hängt von der Gruppensituation und den Gewohnheiten der Kinder ab. Grundsätzlich wird von ungünstigen Einschlafhilfen gesprochen, wenn Kinder während eines von außen angeleiteten Rituals in den Schlaf gleiten, an welches sie sich so gewöhnen, dass sie ohne das Ritual nicht mehr alleine einschlafen können . (Schieche / Rupprecht / Papoušek 2010 / kita-fachtexte.de – Seite 15).

Doch sollte es genau anders herum sein, auch wenn es anfänglich vielleicht etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Das Kind weint und wird nicht in dem dahinter liegenden Gefühl wahrgenommen. Gefühle könnten Angst oder Macht sein. Wenn ein Kind Angst zeigt und trotz des Weinens ein starres Programm durchgezogen wird, kann dieses zu einem starken Verlust des Vertrauens in die primäre Bezugsperson bedeuten. Das Kind wird konditioniert, bewusst wie auch unbewusst, und nicht optimale Verhaltensweisen können sich einprägen. 

Doch ist es ganz besonders wichtig, die Gefühlswelt unserer Kinder zu beachten. Die Kinderwelt ist anders als die von uns Erwachsenen. So ist hier die Kreativität von uns Erwachsenen gefragt, die Welt mit Kinderaugen zu sehen, sodass wir einfühlsam und liebevoll auf unsere Kinder eingehen können, sodass sie sich verstanden, wohl und sicher fühlen können.

Und wir Erwachsenen, wir Eltern können uns da auch manchmal eine Scheibe von unseren Kindern abschneiden.

“Man darf nicht verlernen, die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen.” (Henry Matisse)

Was können wir Erwachsenen, wir Eltern nun tun, um unseren Kindern beim Einschlafen zu helfen und den Schlaf bestmöglich zu fördern?

Das erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag!

Zudem werde ich ebenso das Thema Schlafprobleme bei den Kindern noch mal näher aufgreifen.

Ich hoffe sehr, ihr konntet ein paar hilfreiche und wissenswerte Ideen und Fakten aus meinem Beitrag herausnehmen und kommt so vielleicht ins Umdenken und auf neue Erkenntnisse, dass eine einfühlsame Einschlafhilfe sehr bedeutsam ist und wie ihr diese angehen könnt.

Ich freue mich von euch zu lesen, wie ihr den Beitrag findet, wie es bei euch mit euren Kindern zu Hause oder in der Einrichtung aussieht und wie ihr die Einschlafhilfe gestaltet. 

Seid gespannt auf meinen nächsten Beitrag und wünsche euch bis dahin noch eine großartige Woche.

Euer Marco Lehmann

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